Ich schwöre, es gibt Städte, die dich langsam verzaubern – und dann gibt’s La Paz.
Diese Stadt haut dich einfach direkt um. Und das meine ich wörtlich.
Nach fünf Minuten Treppensteigen auf 3.700 Metern Höhe dachte ich schon, ich brauch Sauerstoff – oder wenigstens nen doppelten Espresso.
Die Stadt ist laut, chaotisch, wild, widersprüchlich und dabei so lebendig, dass du dich einfach mittreiben lassen willst.
Wenn du also gerade deine Bolivien-Reise planst, auf der Suche nach ehrlichen Tipps bist und wissen willst, wie du in dieser Stadt zwischen Anden, Seilbahnen und Höhenluft nicht den Verstand verlierst – here we go: das ist dein La Paz Travel Guide.
La Paz auf einen Blick – eine Stadt im Talkessel der Anden
La Paz liegt in einem riesigen Talkessel, eingerahmt von den schneebedeckten Gipfeln der Anden. Etwa 2 Millionen Menschen leben hier und irgendwie scheint die ganze Stadt aufeinanderzuschichten: bunte Häuser, kurvige Straßen, hupende Busse.
Statt U-Bahn gibt’s hier das coolste Transportmittel der Welt:
die Teleférico – ein Netzwerk aus Seilbahnen, das die ganze Stadt verbindet.
Über 30 Kilometer schweben Kabinen durch die Luft, gebaut vom österreichischen Unternehmen Doppelmayr und der Blick ist einfach surreal.

Travel Hack: So bekommst du in La Paz 40 % mehr aus deinem Geld
Der Money Hack aller Money Hacks für Bolivien: Bring Bargeld mit.
Am besten Euro oder Dollar. Ich hab 100 € gewechselt und im Vergleich zum ATM oder Kartenzahlung fast 40 % mehr Kaufkraft rausgeholt.
Meine 100 € fühlten sich plötzlich an wie 140 €.
Tausch in einer offiziellen Casa de Cambio, nicht am Flughafen oder auf der Straße.
Ich kann euch eine Wechselstube empfehlen. Schräg gegenüber vom Cafe del Mundo (leider nicht auf Google Maps).
Wohnen in La Paz: sichere Stadtviertel
Ich hab 10 Tage in Sopocachi gewohnt – und ehrlich: besser ging’s nicht.
Sicher, zentral, kreativ, und voller Cafés (mein Himmel auf Erden ).
Mein Airbnb war supermodern mit Balkon, Küche und Security – und das Ganze für 20 € pro Nacht.
Weitere gute Viertel:
- San Miguel – elegant mit vielen Restaurants
- Calacoto / Zona Sur – ruhiger, grün, leicht außerhalb
- Downtown (Hexenmarkt) – tagsüber spannend, nachts lieber Taxi nehmen
Meiden: El Alto – lieber mit Guide oder Tour besuchen.
Fortbewegung: Seilbahn statt Stau
La Paz hat das coolste Nahverkehrssystem der Welt: die Teleférico.
Ein Ticket kostet 3 Bolivianos (etwa 0,40 €), jede zusätzliche Linie +2 Bolivianos.
Oben der Blick über die Stadt – unten das pure Chaos.
Und wenn du’s bodenständiger magst:
- Uber & inDrive – günstig & zuverlässig
- Collectivos – kleine Sammeltaxis für 2–3 Bolivianos (abenteuerlich, aber authentisch!)
Tipp: Ruf dem Fahrer einfach dein Ziel zu ( „Sopocachi?“) und wenn er nickt, steig ein und zahl beim Aussteigen.



Essen & Cafés – La Paz für Foodies
Ich hab mich durch die Stadt gefuttert und war jedes Mal begeistert, wie günstig & kreativ die Küche hier ist.
Popular Food Boliviana: 3-Gänge Fine Dining für rund 10 $. Jede Woche neues Menü, geh früh hin, am besten schon ab 11:30 Uhr – sonst lange Warteschlange.
Manq’a Restaurante: probier die legendäre Sopa de Maní, eine cremige Erdnusssuppe mit Nudeln.

La Paz hat übrigens eine richtig unterschätzte Kaffeekultur – perfekt für alle Nomads & Remote Worker, die auf gute Vibes und starkes WLAN stehen. Hier ein paar meiner Lieblingscafés:
- Café del Mundo: cozy und voller Reisender
- Biofilia: stylisch, mit viel Grün und gutem Kaffee
- Café Typica: mein Favorit für produktive Vormittage – gibt mehrere Standorte in La Paz



Und unbedingt probieren:
- Salteñas – gefüllte Teigtaschen (Vorsicht, heiß & saftig!)
- Api – süßer Mais-Drink, schmeckt nach Weihnachten
- Relleno de Papa – frittierte Kartoffelbällchen mit Füllung
- Sopa de Maní – mein absolutes Soulfood
Things to Do – meine Highlights in La Paz
Free Walking Tour
Wenn du nur eine Sache in La Paz machst: mach die Red Caps Walking Tour.
Sie startet jeden Vormittag in der Innenstadt und ist die perfekte Mischung aus Sightseeing, Kultur und “What the hell?!”-Momenten.
Ein Highlight der Tour: der berühmte San Pedro Knast.
Von außen wirkt er wie ein normales Gebäude, mitten im Stadtzentrum. Aber drinnen herrscht eine völlig eigene Welt. Es gibt keine Polizei im Inneren, die Gefangenen organisieren sich selbst, leben dort mit ihren Familien, haben Shops, sogar einen Kindergarten.
Man sagt, hier soll das reinste Kokain produziert werdem – und ja, angeblich landen die kleinen Tütchen manchmal über die Mauer auf der Straße. (Kleiner Tipp: Nicht aufheben. 😉 )
Hier eine super interessante Doku über den San Pedro Knast in La Paz auf Youtube
Und hier ein spannendes Buch darüber, geschrieben von einem Aussie, der sich 3 Monate freiwillig dort eingesperrt hat.
Good to know: Die Tour kostet nur die Tax (3 €) + Trinkgeld (ca. 10-15 €). Du kannst sie direkt über Red Caps Tours buchen oder einfach zum Treffpunkt kommen.



Hexenmarkt (Mercado de las Brujas)
Direkt nach der Tour kannst du dich gleich weiter in ein anderes Kapitel von La Paz stürzen: den Hexenmarkt.
Hier hängen zwischen bunten Ponchos und Amuletten tatsächlich Lama-Föten in allen Größen. Kein Witz. Bevor du jetzt denkst, die sind einfach nur Deko: Sie werden in den Fundamenten neuer Häuser einbetoniert – als Opfergabe für Pachamama, die Mutter Erde.
Je größer das Haus, desto größer die Opfergabe. Früher (und ja, das ist wirklich passiert) wurden sogar Menschen geopfert. Obdachlose, die man “willig gemacht” hat.
Heute ist das natürlich verboten, aber unser Guide meinte mit einem leicht schiefen Lächeln:„Naja…sagen wir, nicht überall hält man sich daran.“
Valle de la Luna
Nur etwa 10 km vom Zentrum entfernt liegt das Valle de la Luna: eine bizarre Lehmlandschaft voller Spitzen und Türme, geformt durch Jahrtausende der Erosion.
Wenn du durch die kleinen Schluchten läufst, fühlst du dich, als wärst du auf einem anderen Planeten gelandet.
Perfekt für Fotos und der Name passt: Mondlandschaft pur.
Coca Museum
Klein, unscheinbar, aber absolut sehenswert. Hier lernst du, dass die Koka-Pflanze viel mehr ist als nur das, was die westliche Welt daraus gemacht hat. Sie ist tief verwurzelt in der Andenkultur: als Medizin, Ritualpflanze und Energiequelle.
Eintritt: 20 Bolivianos (ca. 3€).



Death Road Mountainbike Tour
Und dann natürlich: die Death Road: damals (als sie noch zweispurig war) galt sie als die wohl gefährlichste Straßen der Welt.
Heute kannst du dort eine Mountainbike-Tour machen – auf 4.600 m Höhe, 3.500 m bergab, Nebel, Felsen, Adrenalin und jede Menge Herzklopfen.
Ich war zwar die Langsamste (wie immer bei solchen Dingen haha) aber ich hab’s geschafft und dabei meine tiefste Angst überwunden. Eine einmalige Lebenserfahrung.
Kultur-Highlight: Die Cholitas
Weite Röcke, Melonenhüte, lange Zöpfe – die Cholitas sind das Herz Boliviens.
Früher diskriminiert, heute ein Symbol für Stärke & Stolz.
Ich hab das Cholita Wrestling ausgelassen und lieber Zeit auf den Märkten verbracht – da begegnet man den echten Geschichten dieser Frauen.
Mein Fazit zu La Paz
Ich hab in La Paz nicht nur Höhenluft geatmet, sondern auch Mut, Freiheit und eine gute Portion Lebendigkeit.
Meine Zeit in dieser Stadt hat mich an meine Grenzen gebracht – und gleichzeitig daran erinnert, wie gut es sich anfühlt, sie zu sprengen.
Denn manchmal brauchst du genau das: eine Stadt, die dich atemlos macht, damit du wieder spürst, dass du lebst. Willkommen in La Paz, Baby.
👇 Hier geht’s zur dazugehörigen Podcastfolge
Du magst’s lieber zum Hören? In meiner Podcastfolge erzähle ich, wie es wirklich war, alleine in La Paz in Bolivien unterwegs zu sein – inklusive kleiner Anekdoten und Einblicke hinter die Kulissen. 🎙️
